Veranstaltung Kreis Minden-Lübbecke Integration und Inklusion

Neutral behandelt? - Zwischen Pflegepraxis und Patientenerleben: Diskriminierung und Rassismus im Gesundheitswesen

  • Status Aktiv
  • Termin 08.10.2026 13:00 Uhr
  • Buchungsstatus 35 freie Plätze
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Neutral behandelt? - Zwischen Pflegepraxis und Patientenerleben: Diskriminierung und Rassismus im Gesundheitswesen

Diskriminierung und Rassismus sind auch im Gesundheitswesen eine Realität, die sowohl Patient*innen als auch (internationale) Fachkräfte betrifft. Die Fachtagung widmet sich diesem Themenfeld aus unterschiedlichen Perspektiven und bietet einen Rahmen für fachlichen Austausch, Reflexion und Diskussion.

Im Mittelpunkt stehen die Auseinandersetzung mit strukturellen und alltäglichen Formen von Benachteiligung sowie deren Auswirkungen auf die Versorgung, Zusammenarbeit und Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen. Mit zwei Fachvorträgen und praxisorientierte Workshops werden aktuelle Erkenntnisse, Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten vorgestellt und gemeinsam reflektiert.

Ziel der Veranstaltung ist es, für bestehende Herausforderungen zu sensibilisieren, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Impulse für einen diskriminierungssensiblen und respektvollen Umgang im Gesundheitswesen zu geben.


1. Keynote:
Elizaveta Khan (Integrationshaus e.V. Köln)                                                                                                       

“Strukturen, die schmerzen - Rassismus, Macht und Gesundheit”

Rassismus endet nicht vor der Praxistür. Für viele Patient:innen ist das Gesundheitssystem kein Ort der Sicherheit,  sondern ein Raum, in dem sie Ausgrenzung, Abwertung und Unsichtbarkeit erleben – oft in Momenten größter          Verletzlichkeit.
Dieser Impulsbeitrag richtet den Blick auf die Rassismuserfahrungen von Patient:innen und fragt, was diese mit der  psychischen und physischen Gesundheit machen. Anhand von Praxis- und Fallbeispielen werden Formen alltäglicher Diskriminierung sichtbar gemacht: von Mikroaggressionen über kommunikative Ausschlüsse bis hin zu strukturellen Barrieren, die Versorgung erschweren oder verhindern.
Dabei geht es nicht nur um individuelle Begegnungen, sondern um die Machtverhältnisse und institutionellen Rahmenbedingungen, die solche Erfahrungen ermöglichen und verfestigen. Denn wer im Gesundheitswesen gehört wird,    wessen Schmerz ernst genommen wird und wem Vertrauen entgegengebracht wird – das sind keine neutralen Fragen.
Der Beitrag lädt dazu ein, gewohnte Perspektiven zu hinterfragen und den Blick für das zu schärfen, was im              Versorgungsalltag zu oft übersehen wird. Wie können Strukturen und Lebensbedingungen aussehen, die ein Leben mit weniger Diskriminierung ermöglichen?

  (Quelle: https://thf.bing.com)

Zur Person: Elizaveta Khan (sie/ihr) ist eine aktivistische Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin, Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache, Lehrbeauftragte an verschiedenen Hochschulen und Referentin zu den Themen Rassismuskritik,  Empowerment, Desintegration und Demokratie. Sie ist als Geschäftsführerin des Integrationshaus e.V. in Köln-Kalk    tätig. Zudem engagiert sie sich gewähltes Mitglied im Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration der Stadt Köln und setzt sich engagiert für eine diversitätssensible Öffnung von Institutionen und Verwaltung ein. Daneben        engagiert sie sich ehrenamtlich in verschiedenen Beiräten und bin Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung KalkGestalten.  Für ihr Engegament hat sie 2023 das Bundesverdienstkreuz erhalten.


2. Keynote:

Christine Wilhelms (KMSC Reflexionswerk, Morsbach)
“Gekommen, um zu bleiben? Warum Rassismus und Diskriminierung die größten Fachkräftekiller sind”

Im Mittelpunkt ihres Impuslvortrages stehen die internationalen Pflegefachkräfte mit ihren Rassismus- bzw. Diskriminierungserfahrungen, denen sie im täglichen Arbeitsalltag ausgesetzt sind. Sie legt den Fokus darauf, welchen Schaden wir bei den betroffenen Menschen und für den Arbeitsmarkt anrichten, wenn nicht adäqute Handlungsoptionen            erarbeitet und umgesetzt werden.

 (Quelle: https://www.kmsc-reflexionswerk.de/kontakt)

Zur Person: Christine Wilhelms ist Berufspädagogin mit Masterabschlus, zertifizierte Konfliktmangerin (mit Zusatzausbildungen - Mediatorin, Supervisorin und Coach) und zertifizierte Managerin für interkulturelle Öffungsprozesse. Sie hat 11 Jahre in Dubai gelebt und ständig in internationalen Teams gearbeitet, so dass ihr deren Vorteile und                    Herausforderung gut bekannt sind. 


Workshops:

Workshop 1

Von der Wahrnehmung zur Veränderung - Rassistische Reflexion im Praxisalltag

Inhalt: Rassismus im Gesundheitswesen zeigt sich selten nur in offensichtlichen Handlungen – er wirkt häufig in       subtilen Gesten, unreflektierten Annahmen und eingeübten Routinen, die kaum jemand bewusst wahrnimmt, die aber tiefe Spuren hinterlassen.
Dieser Workshop schafft einen geschützten Raum, um genau dort anzusetzen: bei der eigenen Wahrnehmung, den    eigenen Haltungen und dem eigenen Handeln im Praxisalltag. In einem gemeinsamen Prozess aus Reflexion,         Austausch und konkreter Übung werden wir uns damit beschäftigen, wie Rassismus – auch jenseits von Absicht oder Bewusstsein – in professionellen Begegnungen wirksam wird. Der Workshop verbindet theoretische Impulse mit       praxisnahen Methoden und lädt zur Auseinandersetzung mit Leerstellen ein.

Zielgruppe: Betroffene - Patientinnen, Pflegefachkräfte

Referentin: Elizaveta Khan (Integrationshaus e.V., Köln)


Workshop 2

Hand in Hand, Kittel an Kittel Warum unser Multikulti-Team unschlagbar ist.

Inhalt: Der Workshop schließt an den Impulsvortrag "Gekommen, um zu bleiben? Warum Rassismus und                  Diskriminierung die größten Fachkräftekiller sind" mit Übungen, Selbstreflexion und Perspektivenwechsel an.             Anschließend soll  gemeinsam an möglichen Lösungen gearbeitet werden, sodass jeder Teilnehmende mit mindestens einem praktischen Lösungsansatz aus dem Workshop geht. 

Zielgruppe: Pflegekräfte und multikulturelle Teams

Referentin: Christine Wilhelms (KMSC Reflexionswerk, Morsbach)


Workshop 3

Diskriminierung und Rassismus wirksam begegnen Strategien                                                        für Leitungskräfte im Gesundheitswesen

Inhalt: Dieser Workshop richtet sich an Führungskräfte in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. Im Fokus stehen konkrete Strategien zur Prävention und Intervention bei Diskriminierung und Rassismus gegenüber Mitarbeitenden und Patient*innen. Die Teilnehmenden reflektieren ihre Verantwortung als Leitung, analysieren typische Fallkonstellationen und erarbeiten praxisnahe Handlungsleitfä- den. Neben rechtlichen Grundlagen werden insbesondere strukturelle     Ansätze und diskriminierungssensible Organisationsentwicklung behandelt. Ziel ist es, Handlungssicherheit im        Umgang mit Vorfällen zu gewinnen und eine diversitätssensible Einrichtungskultur aktiv zu gestalten.

Zielgruppe: Leitungskräfte

Referentinnen: Kirsten Ben Haddou I Gamze Kelleci (IBB e.V., Dortmund)


Workshop 4

Integration gestalten statt Fluktuation riskieren -                                                                               diskriminierungssensensibles Onboarding internationaler Fachkräfte als Führungsaufgabe

Inhalt: Internationale Pflegefachkräfte sind ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass Onboarding-Prozesse häufig nicht ausreichen, um nachhaltige Integration zu sichern. Missverständnisse, unbewusste Vorannahmen (Bias) und fehlende strukturelle Klarheit führen nicht selten zu Frustration, Ausgrenzung und vorzeitigem Ausscheiden. Gemeinsam erarbeiten wir konkrete Ansätze zur Verbesserung des Onboardingprozesses, um Integration nachhaltig und diskriminierungssensibel zu gestalten.  

Zielgruppe: Leitungs- und Führungskräfte im Gesundheitswesen

Referentinnen: Damaris Friese I Ülkü Schlesinger (Integrationsbeauftragte, Mühlenkreiskliniken)

Übersicht

Veranstaltungstermin
Donnerstag 08.10.2026 13:00 - 18:30 Uhr
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Programm
Veranstaltungsflyer (Download *.pdf 252 KB)
Veranstaltungsort
Kreishaus - Minden-Lübbecke
Portastraße 13, 32423 Minden
Anmeldung
Anmeldung erforderlich
Anmeldezeitraum
24.08.2026 - 02.10.2026 00:00 Uhr

Anmeldung

Die Teilnahme an der Veranstaltung kann im Zeitraum vom 24.08.2026 bis zum 02.10.2026 online gebucht werden.

Kontakt

Sandra Bischoff

Tel. 0571-80721713
E-Mail: s.bischoff@minden-luebbecke.de

Kreis Minden-Lübbecke

Amt für Gleichstellung und Integration

Portastraße 13, 32423 Minden

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