Kategorie
Wirtschaft
Status
Neu
Kreislaufwirtschaft
Ein wichtiger Ansatz um in Zukunft die CO2 Neutralität zu erreichen ist die Einführung einer Kreislaufwirtschaft. Das vor allem im Zuge der industriellen Revolution eingeführte lineare Wirtschaftssystem, bei dem Konsumgüter am Ende ihrer Nutzungsdauer deponiert oder verbrannt werden, muss durch eine Kreislaufwirtschaft ersetzt werden. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass der Ressourceneinsatz, die Abfallproduktion, Emissionen und die Energieverschwendung minimiert werden. Erreicht werden kann das durch Energie- und Materialkreisläufe.
Konkret gibt es für die Stadt verschiedene Handlungsfelder in denen das Konzept der Kreislaufwirtschaft realisiert werden kann.
Zirkuläres Bauen
Beim nachhaltigen Bauen werden Gebäude so geplant und gebaut, dass sie möglichst lange und vielseitig genutzt werden können. Darüber hinaus werden Baustoffe so ausgewählt, dass sie nach der Nutzungsdauer der Gebäude wiederverwendet werden können. Falls eine Wiederverwendung nicht möglich ist sollte ein möglichst hochwertiges Recycling angestrebt werden. Ein Downcycling der Materialien sollte vermieden werden. Eine Möglichkeit das Kreislaufpotenzial, also die Nachnutzungsfähigkeit von Materialien und Bauteilen, zu bewerten ist beispielsweise der Urban Mining Index [1].
Abfallvermeidung
Ein Klimaschutzkonzept sollte auch ein Konzept zur Abfallvermeidung beinhalten. Nach der Analyse der aktuellen Abfallströme und einer systematischen Erfassung des Status quo bestehender kommunaler Abfallvermeidungsmaßnahmen, sollten weitere Maßnahmen erarbeitet werden um das Ziel Zero-Waste zu erreichen. Dabei kann und sollte auf Good Practice Beispiele zurückgegriffen werden, die sich in anderen Städten und Gemeinden bereits bewährt haben. Einen umfangreichen Maßnahmen Katalog sowie methodische Ansätze zur Bewertung der Maßnahmen finden sich beispielswiese in dem Zero Waste-Konzept der Stadt Kiel [2].
Nachhaltige Beschaffung
Ein weiteres Feld in dem das Konzept der Kreislaufwirtschaft konkret umgesetzt werden kann, ist die öffentliche Beschaffung. Hier kann beispielsweise nach dem Cradle to Cradle (C2C) Prinzip, bei dem es darum geht Rohstoffe dauerhaft in biologischen oder technischen Stoffkreisläufen zirkulieren zu lassen, ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Einer der wichtigsten Aspekte dabei sind die Materialien, aus denen die beschafften Produkte bestehen. Diese sollten nach Möglichkeit ohne Qualitätsverlust recycelbar sein. Um das zu gewährleisten kann die Stadt C2C Kriterien in die eigenen Beschaffungsrichtlinien aufnahmen. Eine Liste mit Beispielkriterien wurde von der Cradle to Cradle NGO zusammengestellt [3].
[1] A. Rosen, Entwicklung einer Systematik zur quantitativen Bewertung der Kreislaufkonsistenz von Baukonstruktionen in der Neubauplanung, Stuttgart: Fraunhofer IRB Verlag, 2021.
[2] Stadt Kiel, „Zero Waste-Konzept - Gemeinsam Abfälle vermeiden und Ressourcen schonen,“ 2020. [Online]. Available: https://www.kiel.de/de/umwelt_verkehr/zerowaste/_dokumente_zerowaste/zerowaste_kiel_konzept.pdf. [Zugriff am 23 11 2023].
[3] Cradle to Cradle NGO, „c2c-beschaffung.org,“ [Online]. Available: https://c2c-beschaffung.org/b-c2c-im-beschaffungsprozess/ii-anknuepfungspunkte/6-beispielkriterien/. [Zugriff am 25 11 2023].