Veranstaltung Stadt Mönchengladbach Bildung

Toxische Männlichkeit und die Manosphäre – Radikalisierungsräume erkennen, verstehen und handeln

  • Status Aktiv
  • Termin 09.10.2026 08:30 Uhr
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Sehr geehrte Schulleitungen, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der Mönchengladbacher Netzwerk-Schulen „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“,

hiermit laden wir Sie und interessierte Kolleginnen und Kollegen herzlich zu unserem Fachtag zum Thema „Toxische Männlichkeit und die Manosphäre – Radikalisierungsräume erkennen, verstehen und handeln“ ein.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die gezielte Aufklärung über die sogenannte Manosphäre – digitale Räume und Netzwerke in sozialen Medien und auf verschiedenen Social-Media-Plattformen, in denen antifeministische, misogyne und demokratiefeindliche Narrative verbreitet werden. Wir beleuchten manipulative Strategien, Radikalisierungsmechanismen sowie die Anziehungskraft dieser Angebote auf Jungen und junge Männer.

Thematische Schwerpunkte werden unter anderem sein:

  • „Red Pill“-Ideologien und sogenannte „erwachte Männer“
  • „Men Going Their Own Way“ (MGTOW)
  • Männer- und Väterrechtsaktivisten, die Männer als Opfer des Feminismus inszenieren
  • Incels und ihre Gewaltideologien
  • Pick-up-Artists und vermeintliche Dating-Coaches, die manipulative Strategien vermitteln und Grenzüberschreitungen normalisieren

Neben der Analyse dieser Strukturen widmen wir uns der Frage, wie Schulen präventiv arbeiten können und wie Betroffene unterstützt werden können, die Hass, digitale Anfeindungen oder sexistische Gewalt im Netz erfahren haben.

Wir freuen uns sehr, dass wir für diesen Fachtag kompetente Kooperationspartner gewinnen konnten:
Detox Identity,
Björn Süfke (Psychologe, mann-o-mann Bielefeld),
Wegweiser sowie
Bildungspark Mönchengladbach.

Vortrag: Traditionelle männliche Sozialisation – Risiken, Dynamiken und Alternativen
Björn Süfke, Psychologe, Männerberatung man-o-mann (Bielefeld)

In diesem Vortrag sollen zunächst die zentralen Elemente traditionell-männlicher Sozialisation und deren Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten von Jungen und Männern betrachtet werden. Anschließend wird anhand von acht konkreten Thesen ausgeführt werden, wie genau diese traditionellen Männlichkeitsvorstellungen das Risiko männlichen Gewaltverhaltens gegenüber Mädchen und Frauen, aber auch gegenüber anderen Jungen und Männern, drastisch erhöhen. Darauf aufbauend wird erörtert werden, welche Konsequenzen diese theoretischen Überlegungen für die Konzipierung von gendersensiblen gewaltpräventiven Maßnahmen haben (sollten).

Vortrag: Die Manosphäre – Akteure, Strategien und Einflussräume
Detox Identity, N.N

In ihrem einführenden Vortrag beleuchtet Detox Identity die zentralen Akteure der sogenannten Manosphäre: Wer bewegt sich in diesen digitalen Räumen? Welche Strömungen – von „Red Pill“-Ideologien über Incels bis hin zu selbsternannten Dating-Coaches – prägen die Szene? Im Fokus stehen die Mechanismen und Versprechen, mit denen insbesondere Jungen und junge Männer angesprochen werden:

  • Narrative von Erfolg, Dominanz und vermeintlicher „Erweckung“
  • Inszenierungen von Männlichkeit als Gegenentwurf zu Gleichberechtigung
  • Emotionalisierung, Vereinfachung komplexer gesellschaftlicher Fragen
  • algorithmische Verstärkung über soziale Medien

Der Vortrag zeigt auf, welche Botschaften vermittelt werden, welche Weltbilder dahinterstehen und welchen Einfluss diese Inhalte auf Einstellungen, Geschlechterbilder und demokratische Haltungen haben können.

Der Fachtag bietet Raum für fachlichen Input, Austausch und praxisnahe Impulse für die schulische Arbeit.


Workshop 1: Den Mann zur Sprache bringen“ – Kleiner Crashkurs zum Thema „Männerberatung“

Björn Süfke, Psychologe, Männerberatung man-o-mann (Bielefeld)

In diesem Workshop soll zunächst (ein)geordnet werden, wie ein „Gesetz Traditioneller Männlichkeit“ Jungen und Männer buchstäblich von den eigenen inneren Impulsen entfremdet und welche spezifischen Eigenheiten und auch Leidaspekte daraus resultieren. Im zweiten Teil soll dann besprochen werden, inwieweit diese „Besonderheiten“ berücksichtigt werden sollten, damit ein hilfreicher Gesprächskontakt zur manchmal etwas „beratungsschwierigen“ Zielgruppe Männer aufgebaut und letztlich der Zugang zur eigenen Innenwelt wiederhergestellt werden kann. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf einer Reihe männertypischer Gefühlsabwehrmechanismen, denen wir uns auch auf einem ganz persönlichen Wege nähern wollen.

Workshop 2: Toxische Männlichkeit auf TikTok & Co. – Medienkompetenz geschlechtersensibel stärken
Detox Identity; N.N

Dieser Workshop widmet sich der Frage, wie sich toxische Männlichkeitsnarrative in sozialen Medien – insbesondere auf TikTok und anderen Plattformen – verbreiten und welche Anziehungskraft sie auf junge Menschen ausüben. Die Teilnehmenden erarbeiten ein Verständnis für Phänomene der sogenannten „Manfluenzer“ und deren Wirkungsweisen:
Wie funktionieren Inszenierungen von Dominanz, Erfolg und vermeintlicher „Alpha“-Männlichkeit? Welche Rolle spielen Druck, Wettkampfdenken und Hierarchien in digitalen Männlichkeitsentwürfen? Wie wirken Algorithmen als Verstärker solcher Inhalte? Unter dem Leitgedanken „Fuck Stereotypes“ werden pädagogische Handlungsoptionen entwickelt, um Geschlechterkonstruktionen kritisch zu reflektieren und Jugendliche zu empowern. Ziel ist es, Genderkompetenz in der Medien- und Bildungsarbeit zu stärken und Antworten auf die zentrale Frage zu finden:
Wie sieht zeitgemäße Medienkompetenz in der Schule heute aus – und wie können wir junge Menschen resilient gegenüber digitalen Radikalisierungsangeboten machen?

Workshop 3: Geschlechterungerechtigkeit im Sport – #seacabó - es reicht!" Bildungspark Mönchengladbach; N.N

Sexismus im Sport hat viele Gesichter – von abwertenden Kommentaren über ungleiche Bezahlung bis hin zu struktureller Benachteiligung und der Kontrolle von Frauenkörpern.

Ausgehend vom jahrelangen systematischen Sexismus im spanischen Fußballverband („Sí, se acabó!“) beleuchtet dieser Workshop Mechanismen geschlechtsspezifischer Ungerechtigkeit im Sport. Dabei werden unter anderem folgende Aspekte thematisiert:

  • strukturelle Ungleichheiten in Sportverbänden und -organisationen
  • Machtmissbrauch und Schweigekulturen
  • sexistische Kleiderordnungen und die Regulierung von Frauenkörpern
  • mediale Darstellung von Sportlerinnen im Vergleich zu Sportlern

Gemeinsam wird erarbeitet, wie Schulen und Sporteinrichtungen sensibel mit Geschlechterrollen im Sport umgehen und diskriminierenden Strukturen aktiv entgegenwirken können.

Workshop 4: Kultur, Religion und Männlichkeitskonstrukte
Wegweiser, N.N

Wie prägen kulturelle und religiöse Deutungen Vorstellungen von Männlichkeit?
Welche Rollenbilder von Männern und Frauen werden tradiert, welche verändert?
Und ist „alles nur Kultur“? Welche Rolle spielen Schichtzugehörigkeit und Milieu?

Dieser Workshop setzt sich differenziert mit der Frage auseinander, wie kulturelle und religiöse Narrative Männlichkeitsbilder formen und beeinflussen – ohne dabei pauschalisierend oder stigmatisierend zu arbeiten. Gemeinsam entwickeln die Teilnehmenden Impulse für einen sensiblen, respektvollen und konstruktiven Umgang mit unterschiedlichen Rollenbildern in Religion und Kultur. Ziel ist es, pädagogische Handlungssicherheit im schulischen Kontext zu stärken und Räume für Dialog, Reflexion und Gleichberechtigung zu eröffnen.

Wir freuen uns auf einen intensiven fachlichen Austausch und praxisnahe Impulse für Ihre schulische Arbeit.

Übersicht

Veranstaltungstermin
Freitag 09.10.2026 08:30 - 14:00 Uhr
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Programm
Veranstaltungsflyer (Download *.pdf 713 KB)
Veranstaltungsort
Gemeinschaftszentrum Westend Mönchengladbach
Alexianerstraße 6, 41061 Mönchengladbach
Anmeldung
Anmeldung erforderlich
Anmeldezeitraum
30.05.2026 - 30.09.2026 00:00 Uhr

Anmeldung

Die Teilnahme an der Veranstaltung kann im Zeitraum vom 30.05.2026 bis zum 30.09.2026 online gebucht werden.

Kontakt

Michael Holzportz

Kommunales Integrationszentrum

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