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Die Aufgabe

Der Ortsteil unserer Gemeinde Morschenich-Alt bleibt erhalten. Es ist schon fast ein Novum in der Geschichte des deutschen Braukohletagebaus, dass ein Ort mitten in der bzw. fast schon abgeschlossenen Umsiedlung erhalten bleiben soll. Wenn wir auf die Entwicklungen der Geschehnisse der gesamten Umsiedlungen in den Tagebaugebieten blicken, sind enorme emotionale Belastungsfaktoren bei allen Betroffenen vorhanden. Es geht um Heimat, Wurzeln, Erinnerungen, Klima- und Naturschutz und persönliche Zukunftsaussichten.

Feldlabor. Institut für Pflanzenforschung Morschenich. Tagebau Hambach

Als Bürgermeister habe ich in den letzten Jahren sehr intensiv miterlebt, was mit den Menschen in unserer Gemeinde passiert ist, als all die Einflüsse der Umsiedlung und Proteste von außen auf sie zugekommen sind. Das hat jeder für sich bewältigen müssen – je nach persönlicher Stärke mit unterschiedlichem Ergebnis. Und hier sehe ich auch die große Herausforderung bei der Neugestaltung des Ortes. Eines ist sicher: wir können das Rad nicht zurückdrehen – den „Reset-Knopf“ drücken alle Entscheidungen wieder rückgängig machen. Wir können auch nicht planlos alles auf uns zukommen lassen und aktionistisch mit „klein-klein“ Aktivitäten handeln.

Ich sehe die große Chance und Verantwortung für die Gemeinde Merzenich darin, den „Ort der Zukunft“ (wie dieser im Ergebnis auch immer aussehen wird) zusammen mit allen Akteuren – der RWE Power AG als Eigentümerin, der Umfeld Initiative Hambach, der Zukunftsagentur Rheinisches Revier, den zuständigen Revierknoten, der Bezirksregierung Köln, den Anrainerkommunen und weiteren Akteuren auf diesem nun zur Verfügung stehenden Areal des Tagebauvorfeldes klug und unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln.

Quelle: TU Darmstadt, Luftbild des Ortes Morschenich-Alt

Die Gemeinde Merzenich schafft hierzu im Rahmen der Möglichkeiten die erforderlichen Rahmenbedingungen und Beschlüsse. Unser oberstes Ziel ist es, eine gelungene Transformation der Ortslage Morschenich-Alt zu einem Ort der Zukunft gut abgestimmt in einem verlässlichen Prozess für alle Beteiligten auf den Weg zu bringen. Uns geht es darum, aus gesellschaftlicher Verantwortung gegenüber Menschen und Natur für nachfolgende Generationen ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Ortslage zu entwickeln. So haben wir uns, mit Besinnung auf unsere Herkunft und unsere Zukunft, als „Zukunftsregion Agrar & Klima“ positioniert. An Ideen mangelt es nicht. Mit Blick auf eine realistische Planung wird es mindestens 3-5 Jahre dauern, bis ein tragfähiger Masterplan für den Ort der Zukunft steht und die Umgestaltung beginnen kann.

Mit der Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Architektur der TU Darmstadt und der Bioökonomie-Forschung am Forschungszentrum Jülich gehen wir erste Schritte und sammeln Erkenntnisse, die für den Entwicklungsprozess entscheidend sind. Denn wer kann besser Zukunftsideen entwickeln als die jungen Menschen?

Die Gemeinde Merzenich hat so die Studierenden des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt eingeladen, mit ihr die Zukunft zu planen. Die Masterthesis im Wintersemester 2020/21 beschäftigt sich mit den architektonischen Rahmenbedingungen der Ansiedlung eines Feldlabors für Pflanzenforschung (MarginalFieldLabs), das vom Institut für Pflanzenforschung (IBG-2) des Forschungszentrum Jülich (FZJ) entstehen wird. Wir danken allen Studierenden für ihre überaus gelungenen Arbeiten und Vorschläge und der Stiftung für Kunst und Baukultur Britta und Ulrich Findeisen, Köln, für die wissenschaftliche Begleitung für und Förderung dieser Maßnahme.

Georg Gelhausen

Bürgermeister der Gemeinde Merzenich

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Gegenstände

    • Die Aufgabe
  • Die Entwurfsarbeiten
  • Die Abstimmung
  • Digitaler Rundgang

Status

  • Status Beendet
  • Zeitraum 12.03.2021 bis 30.04.2021
  • Teilnehmer 344 Teilnehmer
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Kontaktperson

Michael Reichert

Gemeinde Merzenich

Stabsstelle Büro des Bürgermeisters - Dorfmanager

Telefon: 02421/399145

Mobiltelefon: 0176/43297911

E-Mail: mreichert@gemeinde-merzenich.de

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