Der Klimawandel ist die größte globale Herausforderung unserer Zeit und geht uns alle an. Damit er in Zukunft sowohl konsequent als auch sozial verträglich umgesetzt werden kann, haben wir Waltroper Jusos einen Arbeitskreis gegründet und dort zahlreiche Ideen für den Klimaschutz in unserer Stadt entwickelt.
Zu den Maßnahmen, die kurzfristig und kostengünstig umgesetzt werden können, zählt die Installation von Insektenhotels im Waltroper Stadtgebiet. Diese dienen der Schädlingsbekämpfung, stärken den Erhalt des lokalen Ökosystems und der Artenvielfalt und können außerdem als Lernobjekte für Kinder genutzt werden. Auch Veränderungen im Verkehrswesen können zum Umweltschutz in der Stadt beitragen. Hierzu gehören sowohl der Ausbau des ÖPNVs (z.B. durch eine Veränderung der Taktung der Buslinien in Richtung Dortmund) als auch die Installation weiterer E-Ladesäulen, um den Umstieg vom Verbrenner- auf den Elektromotor zu erleichtern. Um die Müllverschmutzung zu reduzieren, fordern wir die häufigere Durchführung von gemeinsamen Aufräum-Aktionen an stark frequentierten Orten. Zudem soll eine offensivere Informationspolitik die Sensibilität für den Klima- und Umweltschutz innerhalb der Bevölkerung erhöhen. Darunter fallen u.a. die Organisation und Förderung von AGs zum Thema Nachhaltigkeit an Waltroper Schulen sowie ein erweitertes Angebot im Bereich der Bauhauskurse und des Ferienspaßes. Des Weiteren sollten Bürger:innenbeteiligungsformate wie die Zukunftswerkstatt Umwelt, Vorträge zum Thema sowie auf Dialog basierende Informationsveranstaltungen regelmäßig stattfinden.
Mittelfristig unterstützen wir die Idee einer Bikesharing-Station in Waltrop. Von dieser würden insb. Menschen profitieren, die sich flexibel in der Stadt fortbewegen möchten und/oder eine kostengünstige Option zur Anschaffung und Instandhaltung eines eigenen Fahrrades suchen. Durch den zusätzlichen Ausbau der Fahrradwege soll das Radfahren insgesamt erleichtert und eine sichere Alternative zum Autofahren werden. Darüber hinaus fordern wir den Ausbau der Grünflächen im Stadtgebiet, um Luftverschmutzung und Lärm zu reduzieren. Hierunter fallen das Pflanzen von Bäumen in der Innenstadt, das Anlegen von Wildblumenwiesen sowie die Begrünung von Fassaden und Dächern. Eine innovative Ergänzung hierzu stellt das speziell für den städtischen Kontext entwickelte Konzept der Algenbank (z.B. LIQUID3) dar. Durch Mikroalgen unterstützt es die Fixierung von Kohlenstoffdioxid und Produktion von Sauerstoff. Überdies ist es aufgrund seines funktional-ästhetischen Designs auch als Sitzgelegenheit, Ladestation und Verschönerungsobjekt nutzbar. Um besonderes Engagement für den Klima- und Umweltschutz in Waltrop zu honorieren und Motivation und Interesse der Einwohner:innen zu erhöhen, schlagen wir die Auslobung eines einmal jährlich zu verleihenden Preises vor. Die Preisträger:innen können als Vorbilder für unsere städtische Gemeinschaft dienen, indem sie uns durch ihre Projekte neue Denkanstöße geben.
Nimmt man die langfristige Entwicklung in den Blick, stellt sich die Frage nach der saisonalen Speicherung lokal produzierter Energie, die von der Stadt geklärt werden sollte. Das Ziel dieser Maßnahme ist der Ausbau von erneuerbaren, unbegrenzt zur Verfügung stehenden Systemen wie Wind- und Sonnenenergie. Auch die Sanierung der Waltroper Schulen (z.B. im Bereich der Dämmung und des Heizungssystems) stellt eine zukünftige Aufgabe dar, durch die einerseits Klimaschutz betrieben und andererseits die Lernatmosphäre verbessert werden kann. Ferner halten wir es für sinnvoll, das Auffangen von Regenwasser auf versiegelten Flächen zu prüfen. Um sicherzustellen, dass in Zukunft in erster Linie klimafreundliche Projekte durch die Stadt gefördert werden, bietet sich ein Prüfverfahren im Sinne eines Klimachecks an. Es soll vor der Genehmigung durchgeführt werden und den jeweiligen Nachhaltigkeitsgrad eines Vorhabens ermitteln.